Content-Ideen finden mit KI: so gehen dir die Themen für Instagram und TikTok nicht mehr aus
Das häufigste Problem beim Posten ist nicht das Machen, sondern das Anfangen. Mit der richtigen Frage liefert eine KI mehr brauchbare Ideen, als du umsetzen kannst. Entscheidend ist, was du ihr vorher über dich erzählst.
Warum „Gib mir 10 Content-Ideen" nichts bringt
Wer allgemein fragt, bekommt allgemeine Antworten. „Gib mir Content-Ideen zu Fitness" liefert dieselben zehn Vorschläge, die jeder bekommt, der dieselbe Frage stellt. Stark wird es erst, wenn du dein Wissen hineingibst: dein Nischen-Thema, deine Zielgruppe, was bei dir schon funktioniert hat und welche Fragen deine Community stellt.
Der Unterschied am Beispiel:
- Zu allgemein: „Gib mir 10 Content-Ideen zum Thema Kochen."
- Besser: „Ich poste über schnelle Feierabendküche für Berufstätige ohne Kocherfahrung. Meine drei erfolgreichsten Videos waren: Pasta in 15 Minuten, Einkaufsliste für die ganze Woche, Pfanne statt Backofen. Gib mir 15 neue Ideen, die in dieselbe Richtung gehen, aber nichts davon wiederholen."
Dahinter steht eine Grundhaltung: Die KI ersetzt nicht dich, sondern deine Schreibblockade. Deine Erlebnisse, deine Meinung und dein Blick aufs Thema kommen von dir. Die KI übernimmt das Handwerk drumherum, also strukturieren, formulieren, Varianten liefern und kürzen. Wer es umgekehrt macht und die KI Inhalte erfinden lässt, produziert austauschbaren Einheitsbrei, und das Publikum merkt es.
Zuerst drei Sätze über dich
Bevor du den ersten Prompt schreibst, halte drei Dinge schriftlich fest, in je einem Satz: dein Thema, deine Zielgruppe und deine zwei wichtigsten Plattformen. Formuliere so konkret wie möglich. Nicht „Fitness", sondern „Krafttraining für Frauen über 40, die zu Hause trainieren". Diese drei Sätze verwendest du in fast jedem Prompt wieder, und je schärfer sie sind, desto besser wird jede Antwort.
Drei Ideen-Quellen, die immer funktionieren
- Fragen deiner Community: Sammle echte Fragen aus Kommentaren und Nachrichten und lass daraus Ideen entwickeln. Jede echte Frage ist ein Beitrag.
- Deine alten Inhalte: Füge die Titel deiner bisherigen Beiträge ein und frag nach Lücken: „Was fehlt in dieser Liste, das meine Zielgruppe interessieren würde?"
- Perspektivwechsel: „Nimm mein Thema und gib mir je drei Ideen aus diesen Blickwinkeln: Anfängerfehler, Mythen, Vorher-Nachher, hinter den Kulissen, Meinung, die anecken darf."
Der Prompt für 15 Ideen in drei Gruppen
Nachfassen statt neu starten
Von 15 Ideen überzeugen dich vielleicht sechs sofort. Ein paar sind halb gut, der Rest ist zu nah an dem, was du schon gemacht hast. Genau hier beginnt die eigentliche Arbeit, und sie besteht aus Nachfassen. Du bleibst in derselben Unterhaltung und steuerst: „Idee 4 und 9 gefallen mir, gib mir zu beiden je drei Varianten mit anderem Blickwinkel. Ideen wie Nummer 12 sind mir zu werblich, streich diese Richtung ganz."
Die zweite Runde ist fast immer deutlich besser als die erste, weil die KI jetzt weiss, wie dein Geschmack aussieht. Der Massstab ist nicht die Menge der Vorschläge, sondern wie viele davon du ohne Bauchweh produzieren würdest. Die besten sammelst du in einer Notiz-App. Wenn du dann Zeit zum Produzieren hast, wählst du nur noch aus, statt bei null zu starten.
Von der Idee zum Hook: nie einen bestellen, immer zehn
Der beste Inhalt nützt nichts, wenn niemand hängen bleibt. Der Hook, also der erste Satz oder die erste Einstellung, ist die wichtigste Zeile deines Beitrags. Die Regel: Bestell nie einen Hook, bestell immer zehn. Aus zehn Varianten stechen ein bis zwei heraus, und oft bringt dich eine davon auf eine noch bessere eigene Idee.
Für ein Video mit der Kernaussage „Für gute Videos brauchst du kein teures Equipment, sondern gutes Licht am Fenster" kommt dann etwa der Widerspruch „Dein Handy ist nicht das Problem. Dein Fenster schon." Ein Hook darf zuspitzen, aber nicht lügen. Wer mit „Das verändert alles" öffnet und Banales liefert, verliert Vertrauen. Welcher Hook wirklich funktioniert, zeigt am Ende erst die Plattform.
Damit es nach dir klingt und nicht nach KI
Viele KI-Texte fallen im Feed sofort auf, weil sie alle gleich klingen. Die Lösung: Bring der KI zuerst deine Stimme bei und bestell erst dann Texte. Dafür gibst du ihr drei bis fünf eigene Texte, die typisch für dich sind, und lässt ein Stilprofil erstellen. Das Profil kopierst du dir weg und setzt es künftig an den Anfang jedes Content-Prompts.
Ein brauchbares Profil beschreibt auch, was du nie tun würdest. Gerade diese Verbote blockieren die typischen KI-Marotten wie Floskeln und Überschwang. Und lies jeden KI-Text einmal laut: Würdest du das genau so in die Kamera sagen? Wenn nicht, ändere die Stellen von Hand. Zwei selbst umgeschriebene Sätze reichen oft, damit ein Text wieder nach dir klingt.
Jetzt du
Schreib deine drei Sätze zu Thema, Zielgruppe und Plattformen auf und fülle damit den Ideen-Prompt. Fasse mindestens einmal nach und übertrage die fünf besten Ideen in deine Notiz-App. Das ist der Grundstock deines Ideen-Vorrats. Nimm dann eine Idee daraus und bestell zehn Hooks dazu. Mehr Techniken für präzise Prompts stehen im Artikel über fünf Prompting-Techniken für bessere KI-Antworten.